9. bis 23. Mai 2027
Das Beethoven Festival im Gewandhaus
2027 jährt sich Beethovens Todestag zum 200. Mal. Zwei Wochen lang spielt das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons sämtliche Sinfonien — in der Stadt, die schon zu Beethovens Lebzeiten den ersten Sinfonienzyklus der Welt gewagt hat.
Warum ausgerechnet Leipzig
Das ist keine Marketingfrage, sondern eine historische. Das Gewandhausorchester ist das einzige noch existierende Sinfonieorchester, das Werke von Beethoven uraufgeführt hat: das Tripelkonzert 1808 und das fünfte Klavierkonzert 1811. Leipzig galt damals als die Stadt der intensivsten Beethoven-Pflege außerhalb von Wien.
In der Saison 1825/26 spielte das Gewandhaus dann als erstes Haus überhaupt alle Sinfonien Beethovens in einem Zyklus — zu Lebzeiten des Komponisten. Am 6. März 1826 erklang hier die Neunte, keine zwei Jahre nach der Wiener Uraufführung.
Begeistert waren nicht alle. Ein Leipziger Rezensent nannte das Werk damals „eine höchst merkwürdige Verirrung“. Es dauerte bis Mendelssohn, bis die Stimmung kippte. Zweihundert Jahre später spielt dasselbe Orchester dieselbe Sinfonie mehrfach und in mehreren Fassungen — auch als Open Air.
Was gespielt wird
Der komplette Sinfonienzyklus unter Andris Nelsons, dazu die großen Instrumentalkonzerte. Das Gewandhaus-Quartett spielt sämtliche Streichquartette. Jörg Widmann steuert eine Uraufführung bei — ein Orchesterwerk nach Beethovens Fragment einer Ouvertüre über B-A-C-H. Dazu Igor Levit, Julia Fischer, Martin Helmchen und, für den Jazz, Michael Wollny.
- 9. und 10. MaiEröffnung: „Egmont“ mit neuem Text von Michael Lentz, Sprecher Tobias Moretti, dazu die Fünfte
- 11. Mai„bfree — Ode an die Freiheit“: die Neunte, rekomponiert vom Stegreif Orchester
- 12. MaiErste und Achte Sinfonie, Chorfantasie · vormittags ein Symposium zum 100. Geburtstag von Kurt Masur
- 13. MaiKammermusik mit dem Gewandhaus-Oktett — Bagatellen, Bläserquintett, Septett
- 14. MaiViolinkonzert mit Leonidas Kavakos, „Ah! Perfido“, Vierte Sinfonie
- 23. MaiAbschluss, 18 Uhr: Tripelkonzert mit Lang Lang, Kavakos und Pablo Ferrández, dann die Zweite
Die Termine zwischen dem 15. und 22. Mai stehen ebenfalls und sind buchbar; wir führen hier nur auf, was wir belegen können. Das vollständige Programm findet Ihr beim Gewandhaus.
Die Neunte erklingt in diesen zwei Wochen mehrfach und in ganz verschiedenen Gestalten — als Orchesterkonzert, rekomponiert vom Stegreif Orchester, in einer Fassung für Soli, Chor, zwei Klaviere und Pauken, und als Open Air. Wer sie nur einmal kennt, hört hier vier verschiedene Werke.
Die Preise reichen von etwa 20 bis 150 Euro, je nach Konzert und Platz. Die Eröffnungskonzerte am 9. und 10. Mai liegen zwischen 25 und 150 Euro.
Die Karten sind schon im Verkauf
Anders als bei den meisten Terminen des Jahres 2027: Der freie Verkauf läuft seit Juni 2026. Und es gibt einen Mengenvorteil — ab der vierten Karte 15 Prozent Rabatt, allerdings nur für Bestellungen bis zum 31. Dezember 2026. Wer mehrere Abende plant, sollte das nicht liegen lassen.
Was in denselben zwei Wochen noch läuft
Oper Leipzig
- 15. MaiPremiere „O Fortuna“ — „Pagliacci“ und die „Carmina Burana“ als Ballett, 19 Uhr
- 22. Mai„Tristan und Isolde“, 17 Uhr — knapp fünf Stunden mit zwei Pausen
- 23. Mai„Der fliegende Holländer“
Der 22. Mai ist Richard Wagners Geburtstag — er wurde 1813 in Leipzig geboren, am Brühl. Dass an diesem Tag der „Tristan“ auf dem Spielplan steht, ist ein schöner Zufall der Disposition.
Und zeitgleich in der ganzen Stadt
- 14.–17. MaiWave-Gotik-Treffen: rund 20.000 Gäste, etwa 50 Spielstätten
Zwei Großereignisse zur selben Zeit. Das Pfingstwochenende und das Festivalfinale um den 23. Mai sind die beiden Termine, an denen in Leipzig kaum noch etwas frei ist.
Das Gewandhaus, und ein Zufall der Geschichte
Das heutige Gewandhaus am Augustusplatz wurde 1981 eröffnet, der Große Saal fasst 1.900 Menschen. Über ihnen hängt das mit 714 Quadratmetern größte Deckengemälde Europas. Eine Kleiderordnung gibt es nicht — viele Gäste kleiden sich trotzdem festlich. Und auch hier gilt: Die Konzertkarte ist drei Stunden vor und nach der Veranstaltung Euer Fahrschein.
Der Zufall: Das zweite Gewandhaus stand von 1884 an im Musikviertel — in genau dem Quartier, in dem wir heute vermieten. Es wurde im Krieg zerstört. Der Name des Viertels kommt daher, und wenn Ihr abends vom Konzert nach Hause geht, lauft Ihr an der Stelle vorbei.
Wenn Ihr bleiben wollt
Zwei Wochen, neun Sinfonien, sämtliche Streichquartette. Wer mehr als einen Abend erlebt, will danach nicht ins Auto steigen — sondern zu Fuß nach Hause gehen können.
Da können wir Euch mit besonders gutem Gewissen etwas anbieten: fünf Suiten unterschiedlicher Größe und ein Multifunktionsapartment in einem denkmalgeschützten Stadtpalais von 1900 im Musikviertel. Hohe Räume, Echtholzparkett — und trotzdem alles da, was man heute erwartet: eigene Küche, Luxusbad, Klimaanlage. Der Personenaufzug von 1908 bringt Euch nach oben.
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand September 2026. Termine und Preise nach Angaben des Gewandhauses Leipzig, der Oper Leipzig und des Wave-Gotik-Treffens. Änderungen sind möglich.
Schaut, was im Festivalzeitraum frei ist
Über unsere Website bucht Ihr 5 % günstiger als über die Buchungsportale.
Vorbelegt ist das Abschlusswochenende mit dem Tripelkonzert. Für einen längeren Aufenthalt einfach die Termine ändern.
Von uns aus
- Bushaltestelle70 m — Richtung Hauptbahnhof
- Clara-Zetkin-Park8 Min. zu Fuß
- Thomaskirche1,4 km · knapp 20 Min. zu Fuß
- Gewandhaus1,6 km · gut 20 Min. zu Fuß
- Oper am Augustusplatz2,1 km · rund 25 Min. zu Fuß